Hangfliegen Jura und Mittelland - Wohin zum Fliegen ?

- Wolltest Du auch schon zum Hangfliegen gehen und wusstest nicht wohin?
- Wieviele Hangfluggebiete im Jura und Mittelland kennst Du?
- Wohin kannst Du bei Westwind, Nordwind oder Bise zum Hangfliegen gehen?
- Wann findest Du gute Thermik in welchem Fluggebiet?
Wenn Dich diese oder ähnliche Fragen gelegentlich beschäftigen, bist Du hier richtig. Weil ich viele Fluggebiete und die örtlichen Gepflogenheiten kenne und als Gleitschirmfluglehrer über sehr gute Wetterkenntnisse verfüge, bin ich in der Lage, für Dich und andere einmal im Monat für 1-2 Tage ein begleitetes Hangfliegen anzubieten.

Termine 2026:
- Sa 14. oder So 15. Febuar 2026
- Fr 13. oder So 15. März 2026
- Sa 11. oder So 12. April 2026
- Sa 9. oder So 10. Mai 2026
- Sa 13. oder So 14. Juni 2026
- Sa 20. - Sa 4. Juli 2026: Hangfliegen Isle of Wight
- Sa 11. oder So 12. Juli 2026
- Sa 15. oder 16. August 2026
- Do 3. oder Fr 4. September 2026
- Sa 12. - Sa 19. September 2026: Hangfliegen Umbrien Monta Catria
- Fr 16. oder Fr 17. Oktober 2026
- Sa 14. oder So. 15. Oktober 2026
- Sa 12. oder So 13. Dezember 2026
- Do 31. Dezember 2026 Sylvesterfliegen
Das begleitete Hangfliegen umfasst:
Transport in das jeweilige Fluggebiet mit Kleinbus, Anhänger und Dachboxen ab Standort Leuzigen oder individuellem Treffpunkt- Meteo-Briefing
- Fluggebietseinweisung
- Betreuung mit wertvollen Tipps, wenn gewünscht
Kosten:
- Unkostenbeitrag von CHF 30.00/Tag oder pauschal CHF 100.00/Jahr
Anmeldung;
- Wenn Du gerne dabei sein möchtest, dann kannst Du Dich hier Anmelden . Vielen Dank.

Fluggebiete gibt es viel, doch wohin bei welchem Wind?
Bei Bise:
- Balm bei Günsberg
- Rütihoger Hasle-Rüeggsau
- Ohmstal
- Wasserscheide Gurnigel
- Herrlisberg LU
- Herrlisberg ZH
- Ahorn
- Evtl. Schwengimatt Balsthal
Typische Lage einer Bisenströmung mit einem Hoch (H) über den Britischen Inseln und einem Tief (T) über dem Mittelmeer. Die Bise ist ein Bodenwind und wird im Mittelland zwischen dem Alpenbogen und dem Jura kanalisiert, weshalb sie gegen Süden (Genfersee) zunehmend ist. Ist die Bise am Zürichsee schwach, ist sie im Mittelland mässig und im Genferseebecken stark.
Bei Westwind:
- Mervellier
- Frienisberg
- Frieswil
- Zugerberg
- Mänzliwilegg
- Ahorn
Typische Lage des Westwinds mit Hochdruckgebieten (H) über den Azoren und dem Mittel-
meer und Tiefdruckgebieten (T) über dem Norden des Nordatlantiks und Nordeuropa.
Bei Südwestwind:
- Farnern Stierenberg
- Chasseral
- Wandfluh Grenchenberg
- Althüsli
Die Südwestwindlage ähnelt der Westwindlage. Das Hoch (H) über den Azoren hat sich abgeschwächt, weshalb sich das Tief (T) von Norden nach Süden verschiebt, wodurch der Wind auf Südwest dreht. Die herannahende Kaltfront bringt einen Wetterwechsel und in den Alpen oft ein vorübergehende Südföhnphase. Vor der Kaltfront haben wir im Jura oft gute Hangflugbedingungen mit grossflächigem Steigen.
B
ei Nordwind:
- Schwengimatt Balsthal
- Montoz
- Chasseral
- Hauberg
Nordwindlagen ergeben sich bei einem Hochdruckgebiet (H) nordwestlich der Schweiz (zwischen den Britischen Inseln und Island) und einem Tiefdruckgebiet (T) östlich der Schweiz. Oft auch nach einem Kaltfrontdurchgang mit Zwischenhoch, dem klassischen Rückseitenwetter. Daraus ergeben sich sehr gute Hangflugbedingungen an den nach Nordwesten ausgerichteten Hangfluggebieten im Jura.
Hilfreiche Faustregel:
Wenn Du Deine rechte Hand so auf die Isobarenkarte legst, dass sie so auf das Hochdruckgebiet zu liegen kommt, sodass das Tiefdruckgebiet genau links von Deiner Hand liegt, dann zeigt der Daumen in Windrichtung.

Hochdrucklage:
- Hochalpen, zum Beispiel Hahnenmoos
- Fluggebiet in der Ebene
Die Hochdrucklage beschert uns schönes, warmers Wetter mit guter Fernsicht. Der Luftdruck beträgt in fast ganz Mitteleuropa gut 1'020 hPa oder mehr. Die Druckgegensätze sind gernig und der Wind deshalb schwach. Aufgrund der Absinkbewegung (Subsidenz) der unsprünglich schweren Luft, erwärmt sie sich, was wolkenauflösend wirkt. Aus demselben Grund bildet sich im Hochdruckgebiet nach und nach eine Inversion aus (oben ist es wärmer als unten), welche eine thermische Sperrschicht darstellt und das aufsteigen der Thermik verhindert.
Kurz zusammengefasst: In Hochdrucklagen gibt es kaum Wind und deshalb an unseren Hängen auch keine dynamischen Hangaufwinde. Hochdrucklagen sind für das Hangfliegen deshalb nicht ideal, weil viele unserer Hangfluggelände auf der Höhe der Inversion liegen. Wir müssten in die Hochalpen ausweichen, damit wir ein Fluggebiet oberhalb der Inversionsschicht finden.
Im Flachland (unter der Inversion) kann jedoch Thermik entstehen und auch bis zur Inversion aufsteigen.
Dann gehen wir besser auf ein Fluggelände im Flachland und machen Hochstart mit der Elektrowinde.
Flachdrucklage:
- Jeders Fluggebiet / jeder Hang mit guter Sonneneinstrahlung
Die Flachdrucklagen bescheren uns die besten thermischen Bedingungen. Der Luftdruck bewegt sich in fast ganz Mitteleuropa um den Normdruck herum, also um ca. 1'015 hPa. Die Luftschichtung in der Troposhäre ist labil. Die Luft neigt also zum Steigen. Aufgrund der geringen Druckgegensätze ist der Wind, wie auch in der Hochdrucklage, schwach. In den Alpen bilden sich thermische Tiefdruckgebiete mit Talwinden als Folge, die recht stark sein können. Je nach Gelände könen uns Talwinde auch gute Hangaufwinde bringen.
Allerdings sind Flachdrucklagen mit Überentwicklungen und Gewittern verbunden.
Bei Flachdrucklagen kann es lohnend sein, früh im Fluggebiet zu sein, weil es auch schon früh am Tag (Vormittag) Thermik gibt. Bis dann am Nachmittag und Abend die Gewitter aufziehen, sind wir vielleicht schon genug geflogen und beim Landebier.
Thermikeinschätzung ganz einfach
Wie entsteht eine Thermikblase?
Damit eine Thermikblase sich am Boden bilden und sich anschliessend von diesem ablösen kann, braucht es Sonneneinstrahlung, eine Oberflächenbeschaffenheit am Boden, welche sich durch die Sonneneinstrahlung besser erwärmt, als der die eingestrahlte Fläche umgebende Boden. So entsteht innerhalb der bodennahen Luftschichten (die untersten 1-2 Meter) eine Temperaturdifferenz zwischen der Luft über der besser erwärmten Fläche und der kälteren Umgebungsluft über der weniger gut erwärmten Fläche.
Die wärmere Luft dehnt sich aus, verliert so an Dichte, wird also leichter und wird dann von der kälteren und somit schwerern Umgebungsluft regelrecht ausgehebelt. So ensteht nun eine aufsteigende Thermikblase, welche wir uns fast wie eine Seifenblase vorstellen können. Sie steigt, solange sie einen Temperaturvorsprung gegenüber der umgebenden, statischen Luft auf der entsprechenden Höhe, hat. Weil Luft nur eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit hat, gleichen sich die Temperaturen der Luft innerhalb der Thermikblase und der umgebenden Luft nur sehr langsam aus. Deshalb eignet sich der Vergleich mit der Seifenblase recht gut für unser Verständnis.
Wie lange und wie schnell steigt die Thermikblase?
Das wesentliche habe ich im vorherigen Abschnitt bereits beschrieben. Solange die Thermikblase gegenüber der Umgebungsluft einen Temperaturvorspring hat, steigt sie. Nimmt der Temperaturvorsprung gegenüber der Umgebungsluft auf der jeweiligen Höhe zu, steigt sie schneller, nimmt der Temperaturvorsprung ab, steigt sie langsamer. Wenn der Temperaturvorsprung eingebüsst ist, bleibt sie stehen.
Um zu wissen, wie schnell und wie lange die Thermikblase steigt, müssten wir wissen, wie der Temperaturverlauf der statischen Luft innerhalb dem untersten Teil der Atmosphäre, der Troposphäre, ist. Dazu nutzen wir die Temperaturkurfe des Emagramm (Energie-Masse-Diagramm) oder auch Stüve-Diagramm, welches nur eine leicht andere Darstellung für dieselben Informationen nutzt.
Damit eine aufsteigende Thermikblase ihren Temperaturvorsprung nicht verliert, steigt sie vorzugsweise durch die Umgebungsluft, welche mit zunehmender Höhe an Temperatur verliert, also mit zunehmender Höhe kälter wird. Somit sind wir beim Temperaturgradienten der statischen (die Thermikblase umgebenden) Luft angelangt. Der Temperaturgradient sagt uns, um wieviel Grad sich die Temperatur der statischen Luft pro 100 Meter Höhe abnimmt. Er lässt sich graphisch darstellen.
Es ist möglich und gebräuchlich, mittels Emagramm sehr genau Thermikprogosen für unterschiedliche Fluggebiete für denselben Tag zu erstellen. Dazu braucht es vertiefte Kenntnise und ein bisschen Übung, welche Du Dir in meinem Meteokurs aneignen kannst.
Doch allererste Rückschlüsse für gute Thermikbedingungen können wir ganz einfach aus der Neigung der Temperaturkurve des Emagramms ziehen.
Grob gesagt: Neigt sich die Temperaturkurve des Emagramm nach links, besteht eine Abkühlung der statischen Luft. Neigt sich die Temperaturkurve nach rechts, ist die Abkühlung nur noch gering bis gar nicht mehr vorhanden oder die Luft wird mit zunehmender Höhe sogar wärmer. Letzteres ist sehr ausgeprägt bei markanten Inversionen und den klassichen Hochnebellagen der Fall. Da hat keine Thermikblase die Chance, durch die Inversionsschicht zu kommen, weil sie ihren Temperaturvorsprung rasch einbüsst. Hingegen hat eine Thermikblase, welche sich oberhalb der Inversionsschicht vom Boden ablöst, oft gute Chancen länger zu steigen.
Wenn wir das Emgramm mit seinen vielen Linien betrachten, interessiert uns erst einmal vor allem die Temperaturkurve, welche aufzeichnet, auf welcher Höhe die statische Luft welche Temperatur hat, beziehungsweise, wie der Temperaturverlauf mit zunehmender Höhe ist.
Am rechten Rand des Emagramms ist die Höhe in Kilometer angegeben. Die Messung/Aufzeichnung beginnt also auf 500m AMSL (Payerne im Mittelland).
Das Scalen-Raster für die Temperatur ist 45° nach rechts geneigt. Die Nullgradlinie ist fett gedruckt.
Nun eine erste Frage: Auf welcher Höhe liegt an diesem Tag die Nullgradgrenze? Diese liegt da, wo sich die Temperaturkuve mit der Nullgradline schneidet, also auf der Höhe von 1'000m.
Doch betrachten wir die Temperaturkurve mit Hilfe dieser beiden weiteren Informationen:


Nun kannst Du ganz einfach die Linien, welche mit ihrer Neigung einen guten Temperaturgradienten von 0.6 bis 0.8°C/100m, einen schlechten Temperaturgradienten von weniger als 0.5°C/100m oder einen "zu guten" Temperaturgradienten von mehr als 0.8°C/100m beschreiben, gedanklich auf die Temperaturkurve des Emagrams legen und siehst so recht einfach, auf welcher Höhe eine sich ablösende Thermikblase gut oder weniger gut steigen wird.
Wenn Du mit dem obigen, beschrifteten Emagramm so vorgehst, wirst Du feststellen, dass ab 500m Höhe bis etwa 3'000m Höhe der Temperaturgradient gut bis sehr gut ist, ab 3'000m Höhe ist er nur noch mässig und ab ca. 5'000m ist er dann schlecht.
Das heisst, das obige Emagramm beschreibt ein gutes Thermikpotential auf allen Höhen, wo wir auch ein Fluggebiet finden können. Es wird ein guter Tag, auch wenn die Tageshöchsttemperatur der Jahrszeit entsprechend Mitte März noch eher tief ist. Du wirst lange Flüge machen können, sofern Dich nicht die kalten Finger zum vorzeitigen Landen zwingen:-).
Die Emagramme der Meteo-Schweiz findest Du täglich zweimal hier.
Die Isobarenkarte täglich aktualisiert findest Du hier.
Eine super gute Prognose für Wind und Thermik findest Du hier.
